Hochsommerliche Beerenpflege

Neun motivierte Mitglieder sorgten am Do. 1. August 2019 mit zielstrebigen Einsatz für die manuelle Beseitigung von Konkurrenzwuchs an den Beerensträuchern.

Daneben wurden sommerliche Schnittarbeiten an Brombeeren und Rosen ausgeführt.

Das Ergebnis nach 2 Stunden Arbeit kann sich sehen lassen und lässt auch nächstes Jahr auf eine gute Ernte bzw. Blütenpracht hoffen.
Als kleine Belohnung konnten Beeren geerntet werden.
Zur unterhaltsamen Schlusssitzung gabs kühle Getränke.

Katastrophale Auswirkungen des Mistelbefalls

Eine massive Ausbreitung und Vermehrung der Mistelpflanzen rottet mit erschreckender Geschwindigkeit unsere herrlichen Apfelbäume in den Streuobstbeständen aus.

Viele Apfelbäume die bereits unter der extremen Trockenheit leiden, sterben durch den Entzug von Wasser, Nährstoffen und Nährsalzen durch die Mistelpflanzen ab.

Zur Rettung unserer Apfelbäume müssen dringend Aktionen zur Mistelbeseitigung initiiert werden.

Wir appellieren an alle Streuobstbesitzer rasch für die Beseitigung der Mistel zu sorgen, um die Zahl der Ausbreitungsherde zu reduzieren.

Teleskopscheren und Teleskopsägen werden zur Ausleihe bereitgestellt.

Dringend notwendig ist eine gesetzliche Mistelbeseitigungspflicht zum Zwecke des Streuobstschutzes.
Unser Wunsch an das Landratsamt (Obstbauberatung, Naturschutz) möge einen Gesetzentwurf  erstellen und an unsere Abgeordneten weitergeben.

Besitzer von Grundstücken mit hohem Mistelbefall werden ermittelt und amtlich an ihre Beseitigungspflicht erinnert.

Unternehmen, die Mistel im Streuobst beseitigen (z. B. AIS in Mössingen) werden mit Fördergeldern unterstützt.

Dieser geringe Befall wäre noch rasch durch zwei Sägeschnitte zu beseitigen.

Durch massiven Befall sind Teile des Apfelbaumes bereits abgestorben.

Hier hat das Absägen der befallenen Äste wegen der großen Wundflächen das baldige Ende des Baumes zur Folge. Entweder müssen die Mistelpflanzen als Herde für Neubefall immer wieder oberflächlich beseitigt oder der Baum muss gerodet werden.

Praxiskurs Veredelung

21 Interessierte ließen sich am Samstag 13. April 2019 trotz nasskalter Witterung nicht von ihrem Vorhaben abbringen, das Veredeln von Obstbäumen zu lernen.
Viele Übungsreiser für Schnittübungen lagen bereit. An Holzböcken waren Aststücke für die Herstellung von Pfropfköpfen festgespannt. Scharfe Veredelungsmesser des OGV konnten benutzt werden.

Der Kursleiter Werner Maier demonstrierte und erläuterte die wesentlichen Arbeitsschritte beim Pfropfen hinter die Rinde.

Vorstand Hans Wener brachte eigene Erfahrungen ein.
Danach wurden die Kursteilnehmer in Zweiergruppen aktiv. Nach der Einübung von Schrägschnitten, konnten fast alle brauchbare Edelreiser zuschneiden.

Das Einschneiden am Pfropfkopf und das Abheben des Rindenflügels war kein Problem, da sich die Rinde bei den Jakob-Fischer-Aststücken bereits gut ablöste.
Etwas Geschicklichkeit erforderte das feste Einbinden mit Bast. Übung macht den Meister.
Wegen der Kälte wurde das abschließende Versiegeln mit vorgewärmtem Wachs lediglich demonstriert.

An zwei Apfelbäumen die vor einem Jahr bzw. vor vier Jahren veredelt wurden. Konnte das Vorgehen am Baum und die Weiterbehandlung geklärt und gezeigt werden.


Etliche Teilnehmer versorgten sich mit Edelreisern, um in den kommenden warmen Tagen selbst zu veredeln.  Dank an Ernst Schneider, der diese aussagekräftigen Bilder lieferte. Alle Bilder finden Sie hier.

Mostseminar 2019

Das schon traditionelle Mostseminar in der Kulturscheune war wieder eine unterhaltsame Veranstaltung mit interessanter Wissensvermittlung.

Die Teilnehmer konnten gleich nach ihrem Eintreffen zugreifen. Die Aktiven des Kulturcafes Chamäleon sorgten mit Schmalzbroten, Kümmel- und Zwiebelberta für eine passende Nahrungsgrundlage. Danke!

Michael Niethammer begrüßte, Hans Wener erläuterte die Bewertungsmodalitäten. Farbe, Klarheit, Geruch, Geschmack und Harmonie wurden geprüft.

Insgesamt 20 Mostproben wurden von den Akteuren des Netzwerks Streuobst an die Tischgruppen ausgeschenkt. Christoph Herrmann taktete die Verkostung durch passende Melodien auf seinem Akkordeon und sorgte musikalisch für gute Stimmung.

Während Martin Eckart mit Martin Wörnle auswerteten, referierte Michael Niethammer, über die Wirkung des Schwefels bei der Mostherstellung. Mit eingängigen, humorvollen Bildfolgen sorgte er für optimales Verständnis. Die Feststellung, dass ohne Verwendung von Schwefel oft keine reine Vergärung ohne Fehltönung möglich ist, war für einige Anwesende neu. Der Hinweis, dass selbst teure Bioweine ohne die Verwendung von Schwefel zu keinem guten Produkt ausgebaut werden können, überraschte viele.
Das gesundheitliche Risiko des Schwefelanteils im Most sei zu vernachlässigen, müssten doch ca. 8000 l Most getrunken werden, um die letale Dosis zu erreichen.
Die verbreitete Meinung dass der Schwefel im Getränk zu Kopfweh führe, lässt sich laut Michael Niethammers Ausführungen eher am parallel dazu genossenen Alkohol festmachen.

Unter den ca. 45 Anwesenden, alle an der Abstimmung beteiligt, wurde am Schluss noch heftig diskutiert. Wie muss ein schwäbischer Most schmecken? Die Entscheidung der Anwesenden auf ihren Abstimmungsbögen war relativ eindeutig: Verstärkter Trend des Mostgeschmacks vom durchgegorenen oft räßen Most zum fruchtigen Getränk mit deutlicher Restsüße.

Hans G. Wener konnte am Schluss folgende mit Spannung erwartete Ergebnisse bekanntgeben:

1. Platz mit 155 Punkten Edwin Kessler aus Bietenhausen

2. Platz mit 147 Punkten Helmut Gugel aus Tübingen

3. Platz mit 140 Punkten "Der fruchtige Steinlachtäler" (OGV Steinlachtal/Häussermann)

4. Platz mit 135 Punkten Helmut Seidel Mössingen

5. Platz mit 134 Punkten "Der klassische Steinlachtäler"(OGV Steinlachtal/Häussermann)

Frauenschnittkurs 2. März 2019

Samstagmorgen 9 Uhr 30: Trotz ungemütlicher Witterung sind erfreulich viele wissbegierige Frauen zum Schnittkurs gekommen.
Nach der Begrüßung durch unseren Vorstand Hans Wener übernahm unsere Fachwartin für Obst- und Gartenbau Ulrike Klinkmüller die Regie.
Sie stellte die ausliegende Fachliteratur vor und erklärte das notwendige Werkzeug.

Mit dem Pflegeschnitt an den Johannisbeeren begann die Praxis.
Sie zeigte eine Dreiasterziehung am Draht mit der man eine gute Fruchtqualität und rationelle Ernte erreicht.


Bei der üblichen Buschform der Johannisbeeren entfernte sie überalterte Triebe und ließ als Ersatz günstig wachsende Jungtriebe stehen. Ziel: Gute Belichtung, hohe Fruchtqualität und leichte Ernte.

Bei den Brombeeren demonstrierte die Kursleiterin das Pflegeprinzip:
1. Alle zweijährigen abgetragenen Haupttriebe werden entfernt.
2. An den Haupttrieben des Vorjahres werden die Seitentriebe auf wenige Knospen gekürzt.

Anschließend vermittelte Ulrike Klinkmüller die Strategie beim Erziehungsschnitt von jungen Streuobstbäumen:
Das Ziel ist ein tragfähiges Grundgerüst in Form der Oeschberg-Palmer-Krone.

Die 3 oder 4 Leitäste und die Stammverlängerung werden angeschnitten (gekürzt).
Innere und seitliche Knospen an den Leitastspitzen werden ausgebrochen.
Günstig stehende Äste an Leitästen und Stammverlängerung werden als Fruchtäste geschont.
Nach innen wachsende Äste, Quertreiber und Vergabelungen werden entfernt.
Zu steile Fruchtäste werden mithilfe einer Schnur flach formiert.

Obwohl es für den Rosenschnitt noch zu früh ist, konnte wunschgemäß noch ein Rosenstrauch „in Form gebracht“ werden.
Bemerkenswert war die Ausdauer der interessierten Frauen, trotz der doch nasskalten Witterung endete der Kurs nach fast 3 Stunden zur Mittagszeit.

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