Minus 7°C - Erntehoffnungen geschmälert

Die vielen zu warmen Tage zu Beginn des Jahres haben das Schwellen der Knospen ausgelöst.

Die Blütenknospen der Zwetschgen, Mirabellen, Birnen, Kirschen und frühen Äpfel haben ihre schützenden Hüllen geöffnet.

Ende März haben nun drei eiskalte Nächte (in Mössingen -7°C) an ungünstigen Standorten um unseren Lehrgarten eine irreversible Schädigung der  empfindlichen Blütenteile verursacht.

Diese Zwetschgenblüten (Bild unten) haben den Frost überstanden. Narbe, Griffel und Fruchtknoten sind grün!
Beim einem empfindlicheren Mirabellenbaum sind Blüten teilweise erfroren.

Bei einigen Sorten sind an gefährdeten Standorten  Birnenblütenknospen (Bild unten) erfroren, ein Längsschnitt zeigte mir:  Griffel und Fruchtknoten sind braun.

Auch in diesen frühen Apfelblütenknospen  (Jakob Fischer, Bild unten) sind die weiblichen Blütenteile auf unserem ungünstigen Standort bereits erfroren.

Leider fanden sich in diesen noch fast geschlossenen Kirschblütenknospen erfrorene weibliche Blütenteile.

In günstigen Lagen sieht es aber noch  recht gut aus und später blühende Apfelsorten haben diese Frostnächte sicher unbeschadet überstanden.

 

 

Jungbaumpflege bringt Wachstumsschub

Ihre jungen Obstbäume sind gepflanzt. Wie lässt sich nun kräftiges Wachstum erreichen?

Ganz entscheidend für die ersten vier Jahre ist die Beseitigung des Konkurrenzwuchses durch eine Baumscheibe.

Dabei wird der Graswuchs mit einer geschärften Harke im Umkreis von etwa 1m Radius  entfernt.
Diese Kreisfläche wird oberflächlich gelockert und mit organischem Material (z. B. etwas Kompost) angereichert, um den Boden zu beleben.

Eine Abdeckung mit Grasschnitt oder älterem Rindenschrot vermindert die Wasserverdunstung.

Die erfreuliche Belohnung: Statt einem vergreisten "Jungbaumkrüppel" entsteht ein vitaler Streuobstbaum.

Schnittkurs für Frauen 2020

20 interessierte Frauen fanden sich am Freitagnachmittag bei sonnig warmem Wetter zum Schnittkurs für Obstgehölze ein.

Fachwartin Ulrike Klinkmüller hatte Literatur zum Thema ausgelegt und gab Hinweise zu geeignetem Werkzeug.

Nach der Analyse des Istzustandes erläuterte und demonstrierte Ulrike das startegische Vorgehen bei den verschiedenen Beerenarten. Abgetragenes und Vergreistes wird entfernt,  einige Jungtiebe werden nachgezogen. Gute Belichtung sichert eine hohe Fruchtqualität.

An einem 4-jährigen Apfelbaum zeigte die Kursleiterin anschließend den Erziehungsschnitt nach der Oeschbergmethode. Sie stabilisierte die steilen Leitäste durch Anschneiden und sorgte durch das Ausbrechen innerer Knospen für die Bidung erster Fruchtäste.

Zum Abschluss wurde der Pflegeschnitt an Rosenstöcken erklärt und ausgeführt.

In entspannter Atmosphäre wurden viele Fragen diskutiert und beantwortet

Jungbaumschnittkurs 2020

Bei idealen Wetterverhältnissen konnte Vorstand Hans Wener über 60 Interessierte begrüßen.

Im ersten Teil des Kurses sorgte Werner Maier mit einem kurzen powerpointgestützten Bildvortrag für Klarheit bei der Jungbaumerziehung nach der Oeschberg-Palmer-Methode.

Danach führten Albert Föll und Hans Wener Erziehungsschnitte an Jungbäumen durch.

Nach der Analyse des Kronenaufbaues diskutierten sie den Anschnitt der Leitäste und das Ausbrechen von inneren Knospen. Sortenspezifisch wurde auf Außen- oder Innenknospe geschnitten.

Durch dieses Vorgehen werden ideale Leitastverlängerungen erzwungen und die Bildung unerwünschter Innen- und Seitentriebe verhindert.

Beim Schnitt eines 8jährigen Jungbaumes der Sorte Rubinola konnte Werner Maier das einfache Vorgehen bei Oeschberg- Palmer-Erziehung verdeutlichen:
Vier steile Leitäste,
eine spindelförmige Stammverlängerung,
nach außen gerichtete Fruchtäste und
bequeme Leiterzugänge

waren die Ziele der Schnittaktionen.

Schnittkurs Streuobst 2020

Am Freitag 03.01.2020 19 Uhr war der Theoriekurs mit Kreisobstbauberater Joachim Löckelt angesagt. 135 Besuchern zeigten, wie riesig das Interesse am Thema Streuobstschnitt ist.

Der Referent sorgte in unterhaltsamem und humorvollem Stil für grundlegende Informationen zu starkwachsenden Streuobstbäumen, verdeutlichte die Wuchsgesetze und zeigte an schematischen Bildern die Strategie bei Eingriffen an Altkronen. Er warnte vor Eingriffen, die Bäume schwer schädigen.

Am Samstag 04.01.2020 um 13 Uhr konnte Vorstand Hans Wener ca. 100 Interessierte zum Praxiskurs begrüßen.
Joachim Löckelt erklärte und demonstrierte an einem älteren Apfelbaum gekonnt das prinzipielle Vorgehen.


Zuerst analysierte er zusammen mit dem Publikum den Istzustand. Danach wurden als Schnittziele eine sichere Statik, eine gute Belichtung aller Kronenteile und eine gewisse Ästhetik festgelegt. Zukünftige Leitäste wurden markiert. Beim Schnitt wurden Überbauungen entfernt, Gabeln aufgelöst, unterständiges Altholz weggeschnitten. Dabei sorgte Joachim Löckelt mit seinen Fragen und Bemerkungen stets für Aufmerksamkeit und Unterhaltung.

Im Anschluss verteilten sich die Kursteilnehmer auf fünf Gruppen:

Ulrike Klinkmüller zeigte den Schnitt von Beerensträuchern,

Joachim Reutter und Joachim Löckelt nahmen sich jeweils eine weitere Altkrone vor,

Werner Maier sorgte an einer Oeschbergkrone für neue Leitastverlängerungen und

Holger Friesch demonstrierte eine Methode der Wühlmausbekämpfung.

Zum Schluss der gelungenen Veranstaltung sorgte Hans Klett mit seinen vorzüglichen Destillaten für ein angenehmes Wärmegefühl. Danke!

 

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